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Urquell

unregistriert

1

Montag, 28. August 2006, 10:48

Aufklärung über Diabetes

Zurzeit werden sieben Millionen Deutsche wegen Altersdiabetes behandelt. Im Jahr 2010 rechnen Experten mit zehn Millionen. Dazu kommen 2 bis 3 Millionen, die gar nicht wissen, dass sie krank sind. Wie kommt es zu diesem rasanten Anstieg beim Typ-2-Diabetes?
Typ 2-Diabetes ist eine Wohlstandskrankheit, die weltweit enorm zunimmt. In Deutschland wächst die Zahl jährlich um 300000. Zwar ist die Veranlagung im Erbgut festgelegt. Doch zum Ausbruch kommt die Krankheit, weil viele Menschen zu viel, zu fett und zu süß essen und sich außerdem zu wenig bewegen.
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BLDI
Wer zu dick ist, wird also schneller zuckerkrank?


Eindeutig ja. Anders als beim Typ 1-Diabetes produziert die Bauchspeicheldrüse beim Typ 2-Diabetiker anfangs noch genügend Insulin. Aber die Körperzellen, die den Zucker (Glukose) aus dem Blut verwerten sollen, sind für Insulin nicht mehr ausreichend empfindlich. Wir nennen das Insulinresistenz. Übergewicht trägt daran die Hauptschuld.

Können Sie das genauer erklären?
Überschüssiges Fettgewebe produziert Hormone, die eine Insulin-Unempfindlichkeit fördern. Gleich zeitig bremst es Hormone, die ihr entgegenwirken. Außerdem sind bei Übergewichtigen die Fettsäure-Werte im Blut erhöht. Und zu viele freie Fettsäuren schwächen wiederum die Insulin-Kontaktstellen der glukoseverwertenden Zellen.

Ist nicht auch die Bauchspeicheldrüse schuld?
Am Anfang der Zuckerkrankheit stellt die Bauchspeicheldrüse eher zu viel als zu wenig Insulin her. Sie versucht die Resistenz auszugleichen. Doch mit der Zeit erschöpft sie sich. Die Insulinproduktion geht zurück, zur Insulin-Unempfindlichkeit kommt ein Insulinmangel.

Was ist so gefährlich an einem erhöhten Blutzucker?
Zucker ist lebenswichtig für die Energieversorgung von Organen und Muskeln. Das setzt jedoch voraus, dass der Zucker mit Hilfe des Insulins in die Zellen geschleust wird. Bleibt er im Blut, lagern sich »verzuckerte Stoffe« auf den Wänden der kleinen Blutfgefäße ab, sie verdicken sich und werden undurchlässiger.

Mit welchen Folgen?
Durch die Mangeldurchblutung kommt es zu schwerwiegenden Folgen wie Arteriosklerose, Bluthochdruck, Nerven-, Nieren- und Sehschäden. Das Herzinfarktrisiko bei Männern mit Diabetes ist dreimal höher als bei Gesunden, bei Frauen sogar sechsmal höher.

Merke ich, ob ich »Zucker« habe?
Das ist ja das Tückische - man merkt lange Zeit gar nichts. Wenn der Arzt die Krankheit zufällig bei einem Bluttest entdeckt, besteht sie im Schnitt seit acht Jahren. Erst wenn der Blutzucker gewisse Werte überschreitet, macht er sich bemerkbar. Am auffälligsten sind starker Durst, vermehrtes Wasserlassen und Müdigkeit.

Kann man seinen »Zucker« aus eigener Kraft in den Griff bekommen?
Das geht sogar sehr gut - vor allem durch Abspecken. Wer 10 Prozent seines Übergewichts reduziert, verbessert seine Werte deutlich: Die Zellen werden wieder empfindlicher für Insulin. Bewegung und ballaststoffreiche Kost verstärken den Effekt.

Das klingt nach lebenslangem Verzicht. Darf ich denn als Diabetiker nicht auch mal ein Eis essen oder ein Bier trinken?
Wer seine Zuckerwerte im Griff hat oder, wie wir sagen, »gut eingestellt ist«, darf auch mal sündigen. Trotzdem: Die Umstellung der Lebens- und Essgewohnheiten ist das A und O für jeden Diabetiker. Auch wer bereits Tabletten nehmen oder Insulin spritzen muss, darf nicht mehr so weitermachen wie bisher.

Und wenn der Blutzucker trotzdem zu hoch ist?
Dann unterstützt man die Therapie zunächst mit Tabletten. Es gibt verschiedene Gruppen (siehe Tabelle). Für besonders wichtig halte ich die Insulin-Sensitizer. Sie machen die Zellen für die Wirkung des Insulins empfindlicher. In den nächsten zwei Jahren rechnen wir mit der Einführung einer vierten Medikamentenklasse mit einem ganz neuen Wirkprinzip: den so genannten Inkretin-Mimetika. Sie führen zur Bildung von mehr insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse.

Wann müssen Typ 2-Diabetiker Insulin spritzen?
Wenn die Änderung des Lebensstils und Tabletten nicht zu fast oder ganz normalen Blutzuckerwerten führen. Normal sind nüchtern Werte unter 6,1 mmol Glukose pro Liter Blutflüssigkeit. Nach einer Mahlzeit darf der Wert auf höchstens 7,8 mmol/l ansteigen. Ziel jeder Diabetestherapie ist es, die Werte möglichst den ganzen Tag und die ganze Nacht hindurch in Schach zu halten.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Urquell« (28. August 2006, 12:57)


Urquell

unregistriert

2

Dienstag, 29. August 2006, 10:50

Re: Aufklärung über Diabetes

Suchen Sie Ihren Arzt auf, wenn¨
Um die Diagnose nicht erst nach der Ausbildung von Folgeschäden zu stellen, sollten sie neben den empfohlenen Gesundheitsuntersuchungen Ihren Arzt aufsuchen, wenn Sie bei sich zwei oder mehr dieser Symptome feststellen</b>

häufiges Wasserlassen
viel Durst, große Trinkmengen, bis zu mehreren Litern pro Tag
extremes Hungergefühl
Abgeschlagenheit und Müdigkeit
Gewichtsverlust ohne Diät
Schwindel und Brechreiz
häufige bakterielle oder auch Pilzinfektionen
schlechte Wundheilung
Taubheitsgefühl in Händen und/oder Füßen
Sehstörungen - verschwommene Sicht

Natürlich treten die genannten Symptome nicht alle auf einmal auf. Oft hat man nur mit einem der Symptome oder mit einigen wenigen zu tun. Bei diesen typischen Beschwerden wird ihr Arzt auch an die Diagnose Diabetes mellitus denken und Laboruntersuchungen veranlassen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Urquell« (29. August 2006, 10:52)


Urquell

unregistriert

3

Dienstag, 29. August 2006, 11:17

Re: Aufklärung über Diabetes



Die meisten Patienten mit Diabetes können Auto fahren

Ein Diabetes ist kein Grund, aufs Autofahren zu verzichten. Die entscheidende Frage ist: Wie weit ist die Zuckerkrankheit fortgeschritten, mit welchen Folgekrankheiten geht sie einher? Der Patient spricht am besten mit seinem Arzt über die Frage der Fahrtauglichkeit.
Diabetes kann die Fahrtauglichkeit beeinträchtigen durch:

* diabetische Augenkrankheiten
* diabetische Nervenschädigung (Neuropathie). Die Nervenschädigung tritt vor allem in den unteren Extremitäten auf und beeinträchtigt die Sensibilität der Füße. Das bedeutet: Die elementaren Vorgänge beim Autofahren, Gas geben und Bremsen, können nicht mehr mit dem nötigen Feingefühl ausgeführt werden.

Auch ein schlecht eingestellter Diabetes stellt eine Gefahr dar, da er zur plötzlichen Unterzuckerung (Hypoglykämie) führen kann, die mit Schwindel, Sehstörungen oder gar Bewusstlosigkeit einhergeht. Nebenwirkungen von Medikamenten können die Fahrtauglichkeit ebenfalls beeinträchtigen. Der Gesetzgeber erwartet eine ausgeglichenen Stoffwechsel, herbeigeführt durch eine gesunde Ernährung und bei Bedarf durch eine medikamentöse Therapie.
Grundsätzlich empfiehlt es sich, folgende zehn Tipps zu beherzigen:

* Diabetikerausweis stets dabei haben
* immer schnell wirksame Kohlenhydrate z.B. Traubenzucker griffbereit haben
* Blutzuckertest-Streifen und Insulin im Auto mitführen
* Medikamenteneinnahme/Insulininjektion und Mahlzeiten wie gewohnt verteilen
* vor der Abfahrt immer den Blutzucker kontrollieren und protokollieren
* bei Verdacht auf eine Unterzuckerung nicht losfahren
* Nie länger als zwei Stunden am Stück fahren - regelmäßige Pausen und Blutzuckerkontrollen
* Nachtfahrten vermeiden
* keinen Alkoholgenuss vor oder während der Fahrt
* regelmäßige ärztliche Untersuchung, inklusive Kontrollen beim Augenarzt.