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1

Donnerstag, 28. Juni 2018, 13:04

Trotz 2,12 Promille nach 2 Monaten Sperre OHNE MPU LEGAL die Fahrerlaubnis wieder - So einfach gehts!!!

So einfach ist das:
Gugelt mal mit den Stichwörtern


" Kein Führerscheinentzug trotz 2,12 Promille "

Man beachte die richterliche Begründung.

Bin jedenfalls sehr erstaunt, dass das so einfach möglich ist, vor allem bei diesem Alkoholgehalt... :vogel:

Kastal

Anfänger

Beiträge: 57

Registrierungsdatum: 12. März 2017

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2

Donnerstag, 28. Juni 2018, 13:37

Zitat


Kein Führerscheinentzug trotz 2,2 Promille
Verfasst am 17. März 2009.

Wer sich nach einer Trunkenheitsfahrt reumütig zeigt, kann um die
Entziehung seines Führerscheins herum kommen. Das hat das Landgericht
Düsseldorf im Fall eines Studenten aus der nordrhein-westfälische
Landeshauptstadt entschieden (Az.: 24a Ns 26/07).

Der Betroffene war nach reichlichem Alkoholgenuss mit 2,12 Promille
hinter dem Steuer seines Fahrzeugs erwischt worden. Jedoch hatte er
schon während des Strafverfahrens freiwillig mit einer
verkehrstherapeutischen Rehabilitationsmaßnahme begonnen und zudem
regelmäßig seine Leberwerte analysieren lassen, um seinen
alkoholabstinenten Lebenswandel nachzuweisen – mit Erfolg. Das Gericht
ging daraufhin davon aus, dass er zum Zeitpunkt des Urteils nicht mehr
ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen war und gab ihm noch im
Gerichtstermin den Führerschein zurück – fünf Monate und eine Woche nach
der Tat. Ohne dieses beherzte Herangehen an das Problem wäre dem
Studenten die Fahrerlaubnis jedoch mit Sicherheit entzogen worden.

Nach einer strafbaren Fahrt unter Einwirkung von Alkohol kommt es
demnach ganz entscheidend auf die richtigen Weichenstellungen an. Denn
im Idealfall kann die Fahrerlaubnis des Täters gerettet werden. Auf den
Erhalt seiner Fahrerlaubnis kann also hoffen, wer direkt nachdem er
unter Einwirkung von Alkohol erwischt wurde freiwillig an einer
anerkannten Verkehrstherapie teilnimmt und glaubhaft dem Alkohol
abgeschworen hat. Das positive Verhalten des Betroffenen hatte zudem
einen weiteren erfreulichen Nebeneffekt: Durch die Feststellung des
Gerichts, dass der Student keinen Alkohol mehr trinkt und somit
fahrtauglich ist, war die Fahrerlaubnisbehörde daran gehindert, im
Anschluss an das Strafverfahren wegen desselben Sachverhalts eine
Begutachtung der Kraftfahreignung des Studenten anzuordnen. Damit blieb
ihm die gefürchtete medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU)
erspart.

Sinnvoll ist es, zur Vorbereitung solcher Strategien frühzeitig einen
Anwalt einzuschalten. Denn ohne fachkundige Beratung kann es ungewollte
Folgen geben. So schlägt die im Fall des Studenten beschriebene Lösung
mit immerhin sieben Punkten im Verkehrszentralregister in Flensburg zu
Buche. Wer jedoch schon viele Punkte angesammelt hat, verlagert sein
Problem mit solch einer Lösung lediglich. In einem solchen Fall wäre es
besser darauf hinzuwirken, dass das Gericht die Fahrerlaubnis entzieht
und die freiwilligen Abstinenzbemühungen damit belohnt, dass es die
Sperrfrist auf nur drei Monate beschränkt. Denn nach einer Entziehung
der Fahrerlaubnis und einer anschließenden Neuerteilung ist das
Punktekonto wieder sauber. Da jedoch kein Fall dem anderen gleicht, ist
ein sorgfältiges Abwägen der individuellen Problemlagen erforderlich.
Nur ein versierter Anwalt kann Betroffenen helfen, solch tückische
Klippen zu umschiffen.
Quelle: straffrei-mobil.de
Mal biste Hund, mal biste Baum!
Klingt komisch ist aber so :lach:

  • »kneissler« ist männlich

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3

Donnerstag, 28. Juni 2018, 13:42

Selbst im vorigen Jahrhundert eine Ausnahmeentscheidung, evtl. kann man vllt. immer noch mit so etwas durchkommen, aber ich glaube die Anwälte
sind heute nicht mehr so bemüht. Eigenerfahrung.

Kastal

Anfänger

Beiträge: 57

Registrierungsdatum: 12. März 2017

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4

Donnerstag, 28. Juni 2018, 14:03

Defenetiv!

Auch aus eigenerfahung musste ich feststellen das der Anwalt (zumindest bei mir) nach gewisser Zeit keinerlei Interesse mehr gezeigt hatte geschweige denn noch irgendetwas zu bearbeiten :böse:, ende vom Lied kann sich jeder selber ausmalen.

Dennoch muss man sich bei solch angelegenheit selber in Spiegel schauen und sagen das man eben doch Bockmist gebaut hat.
Nicht umsonst gibts Taxi´s
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Klingt komisch ist aber so :lach:

5

Donnerstag, 28. Juni 2018, 20:19

Selbst im vorigen Jahrhundert eine Ausnahmeentscheidung, evtl. kann man vllt. immer noch mit so etwas durchkommen, aber ich glaube die Anwälte
sind heute nicht mehr so bemüht. Eigenerfahrung.

Naja, das Urteil ist jetzt knapp 10 Jahre her, soviel hat sich da in der Anwaltswelt jetzt nicht geändert.

Mich würde halt interessieren, ob noch weitere Drogenkonsumenten, die im Straßenverkehr aufgefallen sind, mit der Methode durchgekommen sind.
Im Prinzip könnte doch jeder erwischte Säufer oder Kiffer genau das gleiche wie der Angeklagte aus dem obigen Urteil machen, und müsste damit durchkommen, oder?

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »lookomot« (28. Juni 2018, 20:45)


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6

Donnerstag, 28. Juni 2018, 21:12

Das ist stark einzelfallabhängig und tatsächlich eher die Ausnahme. Ich schicke geeignete Mandanten aus gerne mal zu diversen renommierten Psychologen, um die endgültige EdF zu vermeiden. Im Regelfall muss man dann aber länger als 5,5 Monate warten. DAS ist in der Tat sehr kurz und unterstreicht den Ausnahmecharakter der Entscheidung.
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7

Donnerstag, 28. Juni 2018, 22:16

Ja ok, aber in dem Fall waren es sehr hohe 2,12 Promille und derjenige hat den Führerschein knapp 5 Monate NACH dem Führerscheinentzug OHNE MPU wiederbekommen... und das begreife ich nicht, wie man damit durchkommt, wenn andere Leute mit moderaten 2 x 0,6 Promille zur MPU müssen... (da könnte ich so ein Urteil ja noch verstehen...)
Die Urteilsbegründung finde ich ebenfalls nicht sonderlich ausgefallen, der hat ein paar Sitzungen beim Psychologen gemacht und dann "nach 5 Monaten Abstinenz glaubhaft bekundet", nie wieder Alkohol zu trinken... also wie soll denn sowas gehen???
Normalerweise braucht man doch bei der Promillezahl mindestens ein Jahr Abstinenznachweis....

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »lookomot« (28. Juni 2018, 22:27)