MPU oder EU-FS

  • Hallo zusammen,


    ich habe endlich weitestgehend meine Sachen im Griff und möchte wieder eine FE besitzen, da ergeben sich jetzt für mich einige Frage wo mir hier hoffentlich jemand helfen kann.


    Am 18.7.2007 ist meine FE erloschen, da ich mit BTM erwischt wurde. Der Eintrag in Flensburg ist allerdings getilgt und befindet sich derzeit in der Überliegefrist. Allerdings bin ich danach mehrmals Strafrechtlich aufgefallen (1x Trunkenheit, 1x Sachbeschädigung). 2020 wurde ich nochmals mit BTM erwischt und habe danach erfolgreich eine Therapie gemacht, seitdem bin ich abstinent. In die Führerscheinakte habe ich noch keine Einsicht genommen allerdings meinte der Staatsanwalt damals, er lässt den Vorfall eintragen.


    Im Januar habe ich einen Wohnsitz in Ö angemeldet und wollte meinen FS in Graz machen. Jetzt konnten die jedoch sehen, dass ich mal einen FS hatte aber nicht warum ich diesen nicht mehr habe. Nun habe ich heute bei dem KBA angerufen. Die Sachbearbeiterin sagte mir es wird eine Anfrage an das Landratsamt gemacht und ein Auszug aus meiner Füherscheinakte gemacht um diese zur BH Graz zu schicken<X .... Damit gehe ich davon aus, dass die Sache mit Ö schwierig wird.


    Nachdem ich hier im Forum ein bisschen gelesen habe kam bei mir die Frage auf, ob ich überhaupt eine MPU machen muss, da ja kein Eintrag im Fahreignungsregister vorhanden ist?

    Andernfalls wollte ich Fragen wie das so mit den EU-FS derzeit ist, da ändert sich ja wohl immer wieder was. Wo und bei wem könnte man da den etwas machen?


    Ich hoffe mir kann jemand helfen. Danke schonmal.

  • Hi!

    erstmal abwarten, was vom KBA an die Ösis gesendet wird. Da Dein Aufenthalt in Ö schon bald 10 Monate beträgt, könntest

    dort in einer Fahrschule anfragen, die Kosten dürften dort günstiger sein wie in DE und wenn die eine VPU fordern, dann ist

    die etwas einfacher zu bestehen wie die MPU in DE.

    Ansonsten wegen der Nähe zu Ösiland käme noch Ungarn in Frage, da ist es nochmal günstiger und eine MPU/VPU wird hier

    nicht gefordert, allerdings bedingt dies erstmal eine Wohnnachweiskarte (Lakcim-Kartya).

  • kif

    Da Du jetzt einmal in AU ins Horn gestoßen hast, würde ich die FS-Angelegenheit dortselbst mit allen Konsequenzen durchexerzieren. Die VPU ist machbar.

    Alternativ kannst Du, dank der Tatsache, daß Dein KBA mittlerweile sauber ist, auch ins Nachbarland (HU) umsatteln - aber, ziehe in Österreich den Antrag auf FS-Neuerteilung zurück, melde Dich für die Zeit des FS-Erwerbs in HU aus dem Alpenland ab und rechne damit, daß man Dir später Feuer unter dem Gesäß machen wird, wenn Du dort irgendwann einen HU-FS präsentierst, denn in AU bist Du ja mittlerweile schon bekannt, da Du selber dafür gesorgt hast, daß Deine FS Angelegenheit dort aktenkundig ist.

  • Nachdem ich hier im Forum ein bisschen gelesen habe kam bei mir die Frage auf, ob ich überhaupt eine MPU machen muss, da ja kein Eintrag im Fahreignungsregister vorhanden ist?

    Sehr sehr wahrscheinlich, wenn du in D eine Neuerteilung beantragst wird automatisch auch ein Führungszeugnis und da werden dann dein neueren 'Strafrechtlichen auffälligkeiten' ans licht kommen und daraus wird dir vermutlich eine MPU aufgelegt.


    Die Frage ist halt was aktuell in deiner FS Akte alles steht wenn da die halt die neuerlichen Vergehen NICHT eingetragen wurden sollte sie evtl. sauber sein weil ja der eigentliche Entzug bereits in der Überliegenheitsfrist ist.


    Aber normal werden sich auch die neuen Auffälligkeiten an die FSST gemeldet und in deiner Akte gespeichert, nur die FSST mußte halt nichts unternehmen weil du eh keine FE hattest.


    Es wäre halt sehr Sinnvoll wenn du selbst eine Akteneinsicht bei deiner alten dt. FSST nehmen würdest wobei ich halt nicht weiß wie groß dafür dein Aufwand ist weil das ja vermutlich eine weitere Anfahrt ist.

  • Es wäre halt sehr Sinnvoll wenn du selbst eine Akteneinsicht bei deiner alten dt. FSST nehmen würdest wobei ich halt nicht weiß wie groß dafür dein Aufwand ist weil das ja vermutlich eine weitere Anfahrt ist.

    Ein Rechtsanwalt kann Akteneinsicht anfordern, das dürfte so 60-100€ Kosten. Bei mir waren's 80€. Vorteil: Es wird jedes Blatt sauber übermittelt.

  • Danke für die Rückmeldungen!


    Mich überrascht die Mitteilung aus der Führerscheinakte nach Ö. Damit hätte ich nicht gerechnet, aber gut dann hilft nur abwarten und mal Akteneinsicht nehmen dann.


    Wie ist das mittlerweile mit den "Vermittlern" für die EU-FS gibts dann noch? Kann da wer jemand empfehlen oder ist das alles in Eigenregie zu erledigen?

  • also bei Dir würde ich lieber auf die Ö Variante setzen, wie auch Belmondo schon meinte, wird dies eventuell zu auffällig, falls nach KBA Auskunft an die Ösis, dann kurz später ein Ersuchen der Ungarn an das KBA erfolgen würde, scheint mir risikoreich.

    Für HU wäre Christian der Ansprechpartner. Aber wir gesagt, braucht es dafür unbedingt die WS-Karte.

  • Ich kenne eine Frau, die in Ungarn geheiratet hat und vor 3 Jahren nach dorthin ausgewandert ist. Der Führerscheinerwerb in Ungarn wird Ihr seit gut 18 Monaten verweigert, weil vor vielen Jahren die deutsche Fahrerlaubnis entzogen wurde. Der ungarische Anwalt konnte ihr bis heute nicht helfen.

    Die Problematik ist wohl darin zu sehen, dass der, der bei der ungarischen Behörde bei der schriftlichen Fragestellung, ob man schon mal im Besitz einer Fahrerlaubnis gewesen ist, mit JA geantwortet hat, wird im Normalfall auch keinen Führerschein bekommen. Wer die Fragestellung fälschlicherweise mit NEIN beantwortet, der muss damit rechnen, dass der Selbige wieder eingezogen wird – und sollte das der Fall sein, hat man gleich von zwei Seiten Ärger: 1. Fahren ohne gültige Fahrerlaubnis und 2. Führerscheinerschleichung in Ungarn und zusammen bedeutet das auf jeden Fall strafrechtliche Konsequenzen.


    Also einfach mal nach Ungarn fahren sich eine vernünftige Fahrschule zu suchen und den Führerschein zu machen so einfach ist das nicht.

  • ja stimmt, gibt man bei der Führerscheinstelle bzw. in der Fahrschule in HU an, dass bereits eine FE in einem anderen Mitgliedstaat

    bestand, dann ist erstmal Ende. Bei mir ging dies dann auch nur weiter, nachdem ich einen Widerspruch eingelegt hatte, welcher ebenfalls abgelehnt wurde. Erst dann konnte mein RA über eine Klageschrift erreichen, dass mir die Führerscheinstelle ermöglichte,

    mit der Ausbildung in der Fahrschule zu beginnen. Mittlerweile habe ich B, dann A und nun B96 hier gemacht und Alles ist bestens.

    Mit C habe ich nun gerade begonnen, keinerlei Probleme.

    Gerne kann ich Dir bzw. Deiner Bekannten Frau die Daten meines Anwalts zukommen lassen. Es sollte keine Problem geben, da die Frau ja hier wohnt, wenn also keine Sperrfrist mehr existiert, sehe ich bei ihr die Sache positiv. Der bisherige Anwalt hatte scheinbar keine Ahnung, sonst hätte er eine Erlaubnis erwirken können.

  • obarok9 : Es ist nicht gut, dass man Dir Steine in den Weg gelegt hat, auf der anderen Seite hat die Behörde mit offenen Karten gespielt, ist immerhin besser, als wenn man die Prüfungen erfolgreich absolviert,Geld umsonst investiert, später nichts mehr von den Behörden hört, da sie nicht ausstellen wollen.:KlSM:Es gibt ja eine EU-Richtlinie, wo jeder Mitgliedstaat es ablehnen kann, eine Fahrerlaubnis auszustellen, die in einem anderen Mitgliedsstaat entzogen wurde oder ungültig erlärt worden ist, usw...Die grosse Frage ist immer, ob jeder EU-Mitgliedsstaat das in nationales Recht übernommen hat?

    Es gibt es wohl nicht im ungarischen Recht.:klatsch:

  • Ja genau, soviel ich weiss, ist nicht mal in der EU Richtlinie der Satz mit dabei, dass wenn die Umstände für die Entziehung sich zum positiven geändert haben, kann eine FE erteilt werden. Dies steht nur in der deutschen FEV zusätzlich, nach dem "Mitgliedstaat es ablehnen kann, eine Fahrerlaubnis auszustellen, die in einem anderen Mitgliedsstaat entzogen wurde".

    Das heisst, Ungarn verwendet exakt diese EU Richtlinie und daher wurde diese in die nationale übernommen. Das sollte man bei der

    EU ändern, denn sonst bekommt man (außer durch Lüge) ohne Klageschrift in eigentlich keinem Land mehr eine FE, ausser in DE, wo der Satz ja richtigerweise dahingehend ergänzt wurde. Jedenfalls macht es keinen grossen Sinn, sich per Tourist einen Schein hier zu ergaunern.

    Kann gut gehen, doch wenn irgendwas mal sein sollte (Verkehrsverstoß oder andere Auffälligkeiten) hat man Kohle verbrannt und fängt

    dann hoffentlich das nächste mal richtig an, nämlich mit Ehrlichkeit, dann passt dies und man hat auch in DE später seine Ruhe.

  • Ich habe es so verstanden, dass verhindert werden sollte, dass doppelte Führerscheinen in der EU existieren und es in der EU-Richtlinie nur unglücklich formuliert ist?

    Aber egal, Du hast nach langer Wohnsitznahme und längerem Kampf Deine Fahrerlaubnis zu Recht bekommen.Andere haben es schwerer, die sich nur sehr kurzzeitig in Ungarn aufhalten, aber Danke für Deine Berichte.:KlSM:

  • Wer in Ungarn sauber und legal seine FS-Angelegenheit regeln will, der benötigt den richtigen Anwalt und die Eier, die Sache notfalls bis zur 8. ungarischen Strafkammer durchzukloppen - also auch genügend Zeit. Spätestens dort kann die Judikative etwas mit EU-Recht anfangen. Prozessieren ist in Ungarn zwar nicht umsonst, aber bei Weitem nicht so kostspielig wie in D.

    Die Originalfassung der 3. Direktive ist in französischer Sprache verfaßt. Eine Übersetzung 1 zu 1 ins Deutsche ist so gut wie unmöglich. Es bleibt dort Raum für Interpretation.

  • also man beantragt bei Kormanyablak (Führerscheinstelle) die FE und gibt an, vorher eine FE gehabt zu haben.

    Es erfolgt eine Abfrage an das KBA, nach deren Antwort bekommt man eine Verweigerung. Dagegen legt man

    einen Widerspruch ein, welcher von dem übergeordneten Kormanyablak ebenfalls abgelehnt wird.

    Erst dann macht ein RA eine Klageschrift bei dem Landgericht (bei mir Veszprem). Dies verfügt dann eine

    erneute Überprüfung und teilt dem Kormanyablak mit, dass wenn sämtliche Umstände nach ungarischem Recht

    insoweit erfüllt sind, es eine erneute Entscheidung herbeiführen soll. Allerdings sind Begründungen des Ablehnens aus

    vorheriger Widerspruchsbegründung und damit deren Verweigerung nicht mehr zu verwenden.

    So war es bei mir und mein Anwalt sagte, dass wenn es beim LG nicht durchgehen sollte (was aber laut ihm anzunehmen

    war), dann ginge die Sache an die Curia, die höchste Instanz in HU. Sollte auch hier nichts gehen, dann EGH.

    Bei mir war die Einsicht des ersten Kormanyablak (also wieder Anfang) bereits nach dem Entscheid des LG Veszprem

    plötzlich gegeben und mir wurde anheim gestellt, mich an eine Fahrschule zu wenden. Damit hat man es geschafft und

    dies bleibt dann auch gültig! Alles andere ist Gewurschtle und kostet außer Geld sehr viel Nerven - am Ende ist man

    wieder OHNE.........

  • Paule

    Ja, Strafkammer. Das bezeichnen die Magyaren so. Ist aber halb so wild. Die einzelnen Instanzen sind zügig passiert, gemessen am Zeitaufwand durch verschiedene Instanzen in D.

    obarok9

    Da hast Du viel Glück bei der Sache gehabt. Das hätte langwieriger werden können.

    Du hast Recht - in HU den Vorbesitz einer FE zu negieren bringt höchstens kurzfristig etwas. Nach der ersten Kontrolle in D und einem daraus resultierenden Amtshilfeersuchen an die Visegrádi Utca 110 in Budapest (die zentrale Kormányablak) wird der FS Inhaber an seiner ehemaligen Adresse in HU angeschrieben. Ist die Post nicht zustellbar, dann machen die in der Visegrádi Utca 110 einfach einen Aushang am "schwarzen Brett" und der FS ist gelocht - also platt. Das Krasseste dabei ist, daß der ehemalige FE-Inhaber nichts von seinem "Glück" weiß. Die Überraschung und eine daraus resultierende Anzeige wegen FoFE gibts dann bei der nächsten Kontrolle in D. Die lassen einen praktisch voll auflaufen. Alternativ machen sich die deutschen Behörden die Mühe, schreiben den HU-FS-Inhaber in D an und ziehen den FS im Rahmen der Amtsbeihilfe ein. So entgeht man aber wenigstens einer zukünftigen Anzeige wegen ohne FoFE.

  • Ungarn ist (oder war) bestimmt auf für deutsche Rentner interessant, da gibt es mit Sicherherheit Leute darunter, die früher einmal eine deutsche Fahrerlaubnis besessen haben, zuvor in D mit ÖPNV gefahren sind und mit dem Gedanken spielen, wegen geringer Rente und gestiegenen Lebenshaltungs- und Mietkosten auszuwandern. Und in ländlichen Gebieten ist eine Fahrerlaubnis zwingend erforderlich. Meine Frage, wo Du wohnst, ist das ein Gebiet, wo viele Deutsche sich angesiedelt haben? Wie ist es zu erlären, dass man Dir so viele Steine in den Weg gelegt hat, obwohl Du schon lange dort lebst, was ist Deine Vermutung?

    @ Belmondo: Obarok9 fährt nicht in D.:klatsch: Die Berichte sind sehr gut, vielen Dank an Obarok9.

  • Rentner in Ungarn präferieren öffentliche Verkehrsmittel. Weißt Du warum?

    Für Rentner ist die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel in Ungarn grundsätzlich kostenlos.

    Außerdem - Mit einem FS, der in HU NICHT unter Vortäuschung falscher Tatsachen erworben wurde (MPU-Auflage und Vorbesitz eines FS deklariert), wird es in Deutschland keine Probleme geben, weil die Ungarn solch einen FS eben NICHT wieder rückwirkend aberkennen.

  • Ja schon,aber deutsche Rentner möchten ein schönes, eigenes Haus +Grundstück haben , es gibt es ja preiswert, kann mir kaum vorstellen, dass deutsche Rentner in eine ungarische Mietskaserne einer grösseren Stadt ziehen, wenn sie kaum Kostenvorteile bietet.:KlSM:

  • Warst Du denn überhaupt schon mal in Budapest, oder in einer anderen größeren Stadt in Ungarn, wenn Du mutmaßt, dort sei es unattraktiv für Rentner (Mietskasernen)? In Budapest, beispielsweise, gibt es traumhaft schöne Ecken (und Wohnungen), aber ohne Geld brauchst Du dort nicht aufzuschlagen. Anderenfalls bleibt wirklich nur die Mietskaserne in äußeren Randbezirken, oder ein Bauernhaus in Südungarn, ab 5K mit Lokus auf dem Hof:lach: