MPU wegen Cannabis-Fund vor ca 3 Jahren

  • Hallo liebe Leute


    Ich hoffe dass ihr mir weiterhelfen könnt.

    Mein Cousin hat mich gerade total fertig angerufen.


    Er ist 25 Jahre alt und hat vor einem Monat beim Bürgercentrum seiner Stadt einen Antrag auf Ersterteilung des FS gestellt.

    Heute kam dann die Antwort. Er soll eine MPU machen.

    Grund dafür: er war vor ca 3 Jahren auf einer Gartenparty. Dort kam aufgrund der Lautstärke die Polizei.

    Die haben dann bei ihm ein Päckchen Gras gefunden, so etwa 3 Gramm. Dafür musste er eine Strafe bezahlen.

    Drogentest wurde noch nie beim ihm gemacht, auch sonst keine Vorstrafen oder ähnliches.

    Er hatte zu diesem Zeitpunkt keinen Führerschein, eben weil er damals gekifft hat und keine Lust hatte, den FS gleich wieder abzugeben.

    Seit über einem Jahr hat er seine Ausbildung abgeschlossen, arbeitet als Zugbegleiter. Dadurch hat er extrem blöde Schichten, zu denen er mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht kommen kann. Da er umgezogen ist kommt er also ohne PKW nicht mehr zur Arbeit.

    Ist das üblich, dass wegen einem Fund vor mehreren Jahren der FS verweigert wird und er zuerst zur MPU muss?

    Er würde nun seinen Job aufgeben müssen.

    Denkt ihr, ein Anwalt kann ihm da behilflich sein?

    Er wurde einmal auch nach Jugendstrafrecht verurteilt mit 16, das dürfte aber kaum noch relevant sein.


    Ich hoffe, ihr habt Tipps, wie er die MPU doch umgehen kann oder könnt mir bzw uns sagen, ob der Fall aussichtslos ist.


    Die FEB hat auch ewig gebraucht, er hatte Express bezahlt für 2wöchige Bearbeitungsdauer, beinah 5 Wochen dauerte es bis zu dieser Antwort.


    Falls es relevant ist: er muss hin und wieder im Geschäft unangekündigte Drogentests machen, evtl. kann man das verwerten?


    Liebe Grüsse

    Shivaa

  • Ok, das ist krass.


    Wurde mal mit 19 mit Besitz von Cannabis erfasst, habe mit 20 ohne Probleme mein FS gemacht. War vor 15 Jahren.


    Musste auch keinen Test machen und das Verfahren wurde wegen geringer Menge eingestellt. 5 Gramm, keine Geldstrafe nix. In NRW.


    Welches Bundesland? Würde zum Anwalt gehen

  • keine Chance, leider ist es in dieser Diktatur normal geworden, dass man bei jeglicher Auffälligkeit mit Drogen oder Alkohol, gerade wenn es Strafrechtlich belangt wurde, zur MPU gegängelt wird. Leider darf dies die FEB nach ermessen einfach so festlegen. Müssen die aber nicht.

  • Bundesland Baden-Württemberg


    Ich kann es gerade echt nicht glauben. Es gibt doch ein neues Urteil von 2019, dass nach einmaliger Cannabis-Fahrt der FS nicht sofort entzogen werden darf.

    Wenn nicht einmal nach einer Fahrt warum dann die Verweigerung wegen einer Sache, die ewig her ist?

    Hier in unserer Stadt wird zur Zeit eine ziemlich harte Drogenpolitk vom neuen OB gefahren, eventuell liegt es daran?


    Wenn keiner einen FS machen dürfe, der mal ne „Jugendsünde“ begangen hat, wären die Strassen doch wohl ziemlich leer....




    lizardking78 bei Cannabis wird im Straßenverkehr erst ab 1,0ng der FS entzogen, weil behauptet wird, der Kiffer könne Konsum und Fahren nicht trennen.

    Wie kann man meinem Cousin denn vorwerfen, dass er das nicht kann? Er hatte damals nicht mal einen Führerschein. Es wurde kein Drogentest oder sonstiges gemacht.

  • Mensch shivaa.

    Du wohnst in einem beschissenen Bundesland und in einer beschissenen Stadt. So geht es mir leider auch. Meine Akte vor über 15 Jahren will unsere Behörde auch nicht löschen. Und ich wohne nur 40 km nördlich von dir.

    Ist leider so. Kannst mal einen Anwalt fragen. Vielleicht meldet sich Herr Wandt mal dazu.

    Viel erfolg deinem Cousin und berichte weiter. :DK:

  • Habe ihn gerade am Telefon und gefragt, wie die Kontrolle ablief. Er meinte, ganz ruhig, keiner ist irgendwie blöd geworden und die Polizei war nach 15 Minuten wieder weg. Allerdings haben sie ein Schweizer Taschenmesser von ihm beschlagnahmt. Ein ganz normales zum Klappen mit Korkenzieher und so dran. Laut denen war die Klinge zu groß. Er musste nicht mit aufs Revier, nur das Zeug haben sie ihm abgenommen und seine Daten aufgenommen. Wegen dem Messer kam nie wieder etwas und wegen dem Gras musste er irgendwas zwischen 200 und 400€ zahlen, er erinnert sich nicht mehr. Er hat damals noch zuhause gewohnt, seine Eltern sollten nichts erfahren Also hat er den Brief abgefangen und bezahlt, anstatt dagegen vorzugehen.

    Er hat mir jetzt auch erzählt, dass das Gras gar nicht bei ihm gefunden wurde. Er hat es auf den Boden geworfen als die Polizei im Anmarsch war. Vor Ort fragten sie, wem das gehöre und keiner hat es zugegeben. Daraufhin wurden dann alle kurz abgetastet und das wars.


    Reicht das wirklich aus, um so ein Fass nun zu öffnen?

  • Sie können machen was Sie wollen, ist so...denn Sie schieben es auf die Prüfung der Charakterlichen Eignung zum Führen von Kraftfahzeugen. Besser wäre es vielleicht gewesen den Lappen hätte er nicht in Baden Würtemberg beantragt, eher Berlin...denn BW und Bayern sind diesbezüglich die schlimmsten. Ich selber habe den darum gar nicht erst beantragt, mache den in Stettin.

    Ps: Gerade aus dem Grund, dass noch ein Strafbefehl ergangen ist, machen die diese Show sowieso!

  • Mensch shivaa.

    Du wohnst in einem beschissenen Bundesland und in einer beschissenen Stadt. So geht es mir leider auch. Meine Akte vor über 15 Jahren will unsere Behörde auch nicht löschen. Und ich wohne nur 40 km nördlich von dir.

    Ist leider so. Kannst mal einen Anwalt fragen. Vielleicht meldet sich Herr Wandt mal dazu.

    Viel erfolg deinem Cousin und berichte weiter. :DK:

    Jaaaa Werder, wir wohnen beide im falschen Bundesland -.-

    Mein Cousin hat sich noch über mich lustig gemacht, weil er bald mit nem Auto rum fährt und ich immer noch nicht und jetzt das. Der arme Kleine tut mir echt leid.

    Kannst du einen RA bei uns in der Nähe empfehlen? Ich will wenigstens versuchen, ihm das zu ersparen.


    Er hat keine Ahnung, wie er zum Dienst kommen soll, wenn er zb um 4 in der Früh anfängt. Finde um die Zeit mal jemanden, der dich kutschiert.... -_-


    Wäre es denn evtl eine Option, seinen Antrag auf einen FS zurück zu ziehen und zb in NRW erneut zu stellen? Eine Wohnung wird sich für die paar Wochen schon dort finden.

  • Sie können machen was Sie wollen, ist so...denn Sie schieben es auf die Prüfung der Charakterlichen Eignung zum Führen von Kraftfahzeugen. Besser wäre es vielleicht gewesen den Lappen hätte er nicht in Baden Würtemberg beantragt, eher Berlin...denn BW und Bayern sind diesbezüglich die schlimmsten. Ich selber habe den darum gar nicht erst beantragt, mache den in Stettin.

    Ps: Gerade aus dem Grund, dass noch ein Strafbefehl ergangen ist, machen die diese Show sowieso!

    Er hat überhaupt gar nicht damit gerechnet, dass sowas überhaupt passieren könnte. Sonst hätte ich ihm auch von BW abgeraten.

    Das war jetzt ein totaler Schlag ins Gesicht für ihn.


    Irgendwas muss man doch machen können..... was ist das denn für eine Doppelbestrafung?

    Kinderschänder dürfen nach ihrer „Therapie“ wieder auf die Gesellschaft anonym losgelassen werden und unsere Kinder gefährden aber wehe, man hat mal an einem Joint gezogen.

    Da wird dann die charakterliche Eignung in Frage gestellt, man könnte ja andere Verkehrsteilnehmer gefährden.

    Ich bin so sauer gerade!!!!!!! Das trifft mich härter als mein eigener Entzug!

  • Das Problem ist, die ganze Geschichte ist drei Jahre her und da er die Strafe bezahlt hat, wurde sie durch ihn anerkannt. Allein der Besitz von Drogen kann zu einer MPU führen, ob er das Zeugs nun weggeworfen hat, es sein Kumpel in die Tasche gesteckt hätte oder es noch vor Ort aufgefressen hätte, er hat die Strafe anerkannt. Leider schützt Unwissenheit nicht vor den Folgen, da kann kein Anwalt der Welt noch was biegen nach drei Jahren. Die Fsst sitzt am längeren Hebel, und da das Vergehen damals an die Fsst übermittelt wurde, kommt er um eine MPU nicht drumherum!

    Gr. holger


    Private Nachrichten habe ich gesperrt, hier gibt es alle Tipps kostenlos und das Forum lebt von seiner Hilfe der Allgemeinheit.

  • Werden alle Drogen da gleich gesehen? Ich verstehe nicht, warum man zb mit 0,5ng THC im Blut noch fahren kann ohne ernsthafte Konsequenzen, aber etwas davon zu besitzen ohne FE gleich diese Konsequenzen nach sich zieht. Wer es konsumiert hat, hat es doch logischerweise zu einem früheren Zeitpunkt auch besessen?


    Muss er nun eine vollständige MPU machen oder evtl nur einen Drogentest und eine ärztliche Begutachtung? Das wäre ja noch zu verschmerzen.

  • Berlin, 11.042019 - Heute urteilte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig über die Entziehung der Fahrerlaubnis bei gelegentlichem Cannabiskonsum und erstmaligem Verkehrsverstoß. Dem Urteil voran gingen unterschiedliche Entscheidungen des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs sowie des Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalens, bei denen die Kläger gegen die Entziehung ihrer Fahrerlaubnis klagten. Der Deutsche Hanfverband kritisiert den unterschiedlichen Umgang mit Alkohol- und Cannabiskonsumenten im Straßenverkehr grundsätzlich.

    Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hatte entschieden, dass der Führerscheinentzug bei einem gelegentlichen Cannabiskonsumenten nach einer erstmaligen, als Ordnungswidrigkeit geahndeten Fahrt nicht rechtens sei. Das Oberverwaltungsgericht Münster war der Auffassung, dass die Entziehung der Fahrerlaubnis bei einem Kläger zu Recht auf der Grundlage von § 11 Abs. 7 FeV erfolgt sei.

    Nun urteilte das Bundesverwaltungsgericht und schloss sich der Rechtsauffassung des Bayrischen Verwaltungsgerichtshofs an. Das Gericht teilte mit, “dass die Fahrerlaubnisbehörde bei einem gelegentlichen Konsumenten von Cannabis, der erstmals unter der Wirkung von Cannabis ein Kraftfahrzeug geführt hat, in der Regel nicht ohne weitere Aufklärung von fehlender Fahreignung ausgehen und ihm unmittelbar die Fahrerlaubnis entziehen darf”, so das Bundesverwaltungsgericht in seiner Pressemitteilung.




    Das ist ein aktuelles Urteil..... der Tatbestand ist hier doch um einiges schlimmer...

  • Du bist falsch mit Deiner Denkweise, bei Deinem Cousin wird erstmal die Charakterliche Eignung geprüft, dies mittels einer MPU , da er u.a. schon Strafrechtlich mit BTM in Erscheinung getreten ist. (Strafbefehl) Nun verlangt die FEB eine Prüfung eben durch die MPU ob man Ihn auf die Strasse lassen darf, oder er immer noch Faxen macht. So wird es offiziell begründet.

    Was Du da postest , kannst Du erstmal nicht vergleichen oder heranziehen.

  • Um es zu verdeutlichen, bei deinem Beispiel geht es um Konsum, bei deinem Cousin um den Besitz, das ist wie eben schon erwähnt wurde was völlig unterschiedliches!

    Gr. holger


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  • Besitz konnten sie ihm doch gar nicht nachweisen. Wenn dann müssten sie ja alle anklagen.

    Tja eigendlich nicht, hab auch keine Ahnung was in der Strafe stand außer das er Kohle zahlen musste, aber er hat sie nun mal anerkannt. Vllt hätter besser lesen sollen was er da bezahlt hat!

    Gr. holger


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