Nördlicher Landkreis - Auch ein Unfall stoppte einen 40-Jährigen nicht. Nun wurde sein BMW beschlagnahmt und er zu einer Therapie verdonnert.
Dummheit schützt vor Strafe nicht. Mit einem hierzulande nicht gültigen, tschechischen Führerschein, betrunken und mit einem Opioid im Blut hat ein 40-Jähriger aus dem nördlichen Landkreis einen Unfall gebaut und Fahrerflucht begangen. Wegen des Unfalls im April musste der Mann im Juni zur Polizeiinspektion, und fuhr - wie die Beamten zufällig feststellten - wieder mit seinem BMW und der ungültigen Fahrerlaubnis vor. Die Quittung bekam der 40-Jährige nun vom Amtsgericht Freising. Richterin Claudia Saponjic ordnete endgültig die Beschlagnahme des BMW an. Immer wieder war der Angeklagte mit dem Wagen straffällig geworden. Außerdem verurteilte sie ihn zu vier Monaten Bewährung und einer ambulanten Therapie. Will er den Führerschein irgendwann zurück, muss er einen „Idiotentest“ bestehen.
Die reguläre Fahrerlaubnis war ihm nach einem Unfall aberkannt worden. Mit seinem in Tschechien erworbenen, so genannten europäische Führerschein überholte er am Abend des 16. April an der A 92-Ausfahrt Unterschleißheim einen Citroen und touchierte ihn. „Plötzlich kriegst Du auf der linken Seite einen geballert. Da verreißt es dir das Lenkrad“, berichtete der Fahrer (44) vor Gericht. Gerade noch habe er einen Abflug in die Leitplanke verhindern können.
Dem Angeklagten war bei dem Gedanken an eine Kontrolle vermutlich nicht wohl. Er suchte das Weite. Nur wenig später wurde er anhand des Kennzeichens ermittelt. Die Beamten holten ihn aus der Kneipe, die sich praktischerweise direkt in seinem Wohnhaus befindet.
Der Angeklagte wehrte sich sich gegen eine Blutuntersuchung, Verstärkung war nötig. Ein Beamter beschrieb den 40-Jährigen als „äußerst aggressiv“. 1,45 Promille wurden schließlich festgestellt. Außerdem hatte er Tramal gespritzt, ein starkes Schmerzmittel mit opiatähnlicher Wirkung. Der Angeklagte ist Tramal-süchtig.
Obwohl er als einschlägig vorbelastet bereits mit empfindlicher Strafe rechnen musste, schwang sich der Angeklagte am 11. Juni erneut mit tschechischem Führerschein hinter das Steuer seines BMW. „Ich musste dringend zu meiner Freundin nach Unterschleißheim“, sagte er Schulter zuckend.
Die beiden Beamten, die ihn später in Freising festnahmen, erinnern sich noch genau an jenen Junitag. Wegen des Unfalls im April war der Angeklagte auf der Wache gewesen. Während er das Protokoll seiner Aussage unterschrieb, fuhren die Beamten auf Streife. „Wir standen da am Kaufland, als auf einmal der rote BMW vorbeikam.“
In Bayern sind das wohl sogenannte "bayrische Führerscheine"?
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