Freitag, 25. Mai 2012, 13:59 UTC+2

Sie sind nicht angemeldet.

  • Anmelden
  • Registrieren

Bikerjoe1969

Globaler Moderator

Registrierungsdatum: 12. Februar 2009

Beiträge: 1 542

Geschlecht: Männlich

Wohnort: BW

Führerschein aus: CZ mit Erteilungsdatum 19.01.09

1

Donnerstag, 26. August 2010, 07:14

Markus Kratzer zum Führerschein auf Zeit (Kommentar)

Zitat


Der Führerschein bekommt ein Verfallsdatum. Auf formaler Ebene kommt die Bundesregierung den europäischen Vorgaben nun nach. Wer ab 2013 seine Prüfung besteht, muss die Fahrerlaubnis alle 15 Jahre verlängern lassen. Ein EU-weit einheitliches Dokument, mit dem man Missbrauch eindämmt und Fälscher ausbremst - das alles mag ja noch einleuchten. Aber warum ignoriert Berlin die Richtlinie in der Gegenrichtung? Kein Gesundheitscheck, kein Sehtest, keine Probefahrt. Spätestens mit dem Aufbau dieses neuen Verwaltungsinstruments wäre es doch an der Zeit gewesen, auch die Fahrtauglichkeit des Einzelnen auf den Prüfstand zu stellen.

Nein, hierbei geht es jetzt nicht darum, irgendjemanden zu diskriminieren. Ja, natürlich fährt so mancher 70-Jährige besonnener und souveräner als ein 40-Jähriger. Aber genau das macht ja den Sinn eines solchen Tests aus. Damit würde die individuelle Fahrtauglichkeit auf den Prüfstand kommen. Jeder müsste im Laufe seines Autofahrerlebens bis zu vier Mal zusätzlich einen Nachweis erbringen, dass er den Straßenverkehr noch nach allen Regeln der StVO beherrscht - zum eigenen Schutz, aber nicht minder zur Sicherheit aller anderen Verkehrsteilnehmer. Denn wir kennen doch alle die (Un-)Fälle, bei denen sich herausstellt, dass es mit der Fahrtüchtigkeit des Verursachers nicht zum Besten bestellt ist - unabhängig von seinem Alter oder seinem Geschlecht. Durch einen verpflichtenden Test die Gruppe der Problemfahrer zu verringern - das heißt auch, ein Stück mehr Sicherheit auf unsere Straßen zu bringen.

Auch wenn Autos immer verlässlicher und technisch ausgereifter werden: Das Hauptrisiko ist der Mensch hinter dem Steuer. Mit dem Verzicht auf einen Fahrtauglichkeits-TÜV vergibt die Regierung leider eine große Chance. Der reine bürokratische Akt, alle 15 Jahre eine neue Lizenz zu verlangen, ist wie eine Fahrt mit angezogener Handbremse. Und der Autofahrer, der dann wieder und wieder 20 bis 30 Euro hinblättern muss, wird in dem Verdacht bestärkt, dass der Staat nur mal wieder eine neue Einnahmequelle aufgetan hat.

Quelle
Signaturen sind doof!

Registrierungsdatum: 29. Mai 2007

Beiträge: 775

Geschlecht: Männlich

Wohnort: Bayern

Führerschein aus: D - erfolgreich umgeschrieben!

2

Donnerstag, 26. August 2010, 07:50

in Bayern werden wohl auf jeden Fall Prüfungen verlangt,bevor die einen neuen FS ausstellen!!!
schliesslich kann ja der FS 15 Jahre im Schrank gelegen haben und die FEB muss sich dann davon überzeugen,das man noch befähigt ist,
ein Kraftfahrzeug zu führen,bevor sie einen neuen FS ausstellen!

:bäh:
„Ich finde schon Gehen eine unnatürliche Bewegungsart, Tiere laufen, aber der Mensch sollte reiten oder fahren.“ Gottfried Benn, Schriftsteller

Bikerjoe1969

Globaler Moderator

Registrierungsdatum: 12. Februar 2009

Beiträge: 1 542

Geschlecht: Männlich

Wohnort: BW

Führerschein aus: CZ mit Erteilungsdatum 19.01.09

3

Donnerstag, 26. August 2010, 08:01

Zitat

Nach Ablauf der Gültigkeit müssen die Inhaber einen neuen Führerschein beantragen, aber keine neue Fahrprüfung absolvieren.
Zumindest ist es so geplant. Ob sich jedoch seitens der FEB daran gehalten wird, ist die andere Frage. :ka:
Signaturen sind doof!

charly

Moderator

Registrierungsdatum: 7. Mai 2006

Beiträge: 5 339

4

Donnerstag, 26. August 2010, 10:05

Ich denke schon, daß dann die Bundesländer an diese Regelung halten werden. Und wenn nicht gibt es halt die nächste Klagewelle.

Nur sollte der Umtausch kostenlos sein bzw. vom Verursacher - in dem Falle der EU - getragen werden.
Jeder ist selbst seines Glückes Schmid.
Bitte keine Fragen per PN, diese werden nur im Forum beantwortet.


vanButen

[VERBORGEN]

Registrierungsdatum: 10. Februar 2007

Beiträge: 102

5

Donnerstag, 26. August 2010, 11:02

Zitat: "Das Hauptrisiko ist der Mensch ....." hinter, vor, neben, was auch immer ... und wird auch immer so bleiben, so lange es diese Spezies gibt. Die Frage ist m.E. nicht "neues Dokument = Gesundsheitscheck", sondern die der Verhältnismässigkeit (die ich nicht beantworten kann, wenn dann nur "gefühlt", und dann: ist nicht gegeben), und die der politisch/gesellschaftlichen Zielrichtung (die in anderen Ländern durchaus anders sein mag). Ich denke hier nur an das (in D nicht vorhandene) Tempolimit. Müsste hier nicht wenn, dann z.B. ein Einklang hergestellt werden?

Registrierungsdatum: 29. Mai 2007

Beiträge: 775

Geschlecht: Männlich

Wohnort: Bayern

Führerschein aus: D - erfolgreich umgeschrieben!

6

Donnerstag, 26. August 2010, 12:55

zumal dann wahrscheinlich noch jedesmal die Akte rausgeholt wird und irgendwas gefunden werden kann,was sonst höchstwahrscheinlich nicht der Fall wäre!!!
ausserhalb des Strassenverkehrs z.B.,was nicht gleich immer zur FEB gemeldet würde,aber auf die Nichteignung wieder schliessen könnte!?

das wird noch lustig!
„Ich finde schon Gehen eine unnatürliche Bewegungsart, Tiere laufen, aber der Mensch sollte reiten oder fahren.“ Gottfried Benn, Schriftsteller

emmy

unregistriert

7

Donnerstag, 26. August 2010, 13:18

Einträglicher wäre es gewesen eine Vorschrift in Kraft zu setzen welche besagt dass jedesmal wenn die Akte vorgeholt wird auch die Tilgungsfrist neu beginnt.
Auf diese Art hätte man faktisch eine Lebenslange MPU-Auflage. Die BY- Kollegen könnten ja -falls gewollt- noch so interpretieren dass ja ein neuer FS nur ausgegeben werden kann wenn bei einer noch verwertbaren MPU Auflage diese auch gemacht wird bevor der neue FS augestellt wird. :lach:
Naja, frag mich nur warum die da nicht selbst drauf kommen? Spätestens nach dem EUGH-Urteil zum 11/4 muss doch die "Kundenbindung" doch sehr viel mehr in den Vordergrund treten. :lach:

Ich hoffe ich muss nicht dazu schreiben wir mein Text gemeint war! :wink:

Pioneer

unregistriert

8

Donnerstag, 26. August 2010, 15:15

warum ignoriert Berlin die Richtlinie in der Gegenrichtung? Kein Gesundheitscheck, kein Sehtest, keine Probefahrt.
Ich bin zwar kein Freund dieser Gedankengänge, aber so ganz abwegig sind sie in diesem Zusammenhang auch nicht. Das Problem ist nur, eigentlich wie immer, was D daraus dann machen würde.


dass er den Straßenverkehr noch nach allen Regeln der StVO beherrscht
Sowas ist nun reiner Blödsinn, das beherrscht man in dem Sinne schon 14 Tage nach der Prüfung nicht mehr. Wovon träumt der eigentlich nachts?


zum eigenen Schutz
Davon halte ich nun auch gleich überhaupt nichts, reine Wortblasen von Pseudointellektuellen. Was geht den Staat das an, wie ich mich schütze und wovor, oder eben auch nicht, pure Ideen einer Bevormundung. Wenn ich der Ansicht bin, ich muß mit 200 km/h gegen einen Baum düsen, dann ist das halt so, eben meine Entscheidung, die niemand Anderen etwas angeht, den Staat schon mal gleich garnicht. Dieses Gefasel vom eigenen Schutz kann ich langsam auch nicht mehr hören, Schwachsinn.


aber nicht minder zur Sicherheit aller anderen Verkehrsteilnehmer
Das ist wiederum ein Argumnet, das zählt, solange man die Dinge mit Augenmaß betrachtet, leider in D eher eine Seltenheit. Diese "Sicherheit der Verkehrsteilnehmer" wird leider zu vielen sehr weit hergeholten Argumentationen benutzt, die in der Regel neben der Sache liegen, daher plausibel wenig bis nicht begründbar sind und dann muß eben diese genauso hochtrabende wie nichtssagende und komplett theoretische Begründung dafür herhalten. Selbst bei Gerichtsentscheidungen findet man ständig diese Formulierung als Ersatz für die Erkenntnis: "Wir wissen das auch nicht so genau, aber mit dieser Begründung ist unsere Entscheidung selbsterklärend und natürlich äußert wichtig". Klar, dieses allgemeine Univesalgefasel ist auch schwer angreifbar, wer ist schon gegen Verkehrssicherheit, was auch immer damit im Detail gemeint ist.


Durch einen verpflichtenden Test die Gruppe der Problemfahrer zu verringern - das heißt auch, ein Stück mehr Sicherheit auf unsere Straßen zu bringen.
Das ist im Ansatz sicher richtig, sofern es mit dann noch einzuführenden Regularien praktiziert wird, nur öffnet es wieder die Hintertür, dieser unsäglichen MPU bei geringsten Abweichungen von der Prüfungsnorm die dringend benötigten Neukunden zuzuführen. Die bisherige MPU dürfte nach dem zu erwartenden Urteil des EuGH Geschichte sein oder nur noch von wirklich Uninformierten wahrgenommen werden. Mittelfristig bricht damit der ganze Mist ohnehin in sich zusammen.


Mit dem Verzicht auf einen Fahrtauglichkeits-TÜV vergibt die Regierung leider eine große Chance.
Das schon, interessiert aber auch nicht in erster Linie. FS-Inhaber sind natürlich auch Wähler und wer auch immer diese Regelung propagiert, ist bei der nächsten Wahl abgeschossen. Hier geht es nicht um das Randgrüppchen der MPU-Beauflagten oder die sonst immer so hochgehaltene, imaginäre "Verkehrssicherheit", hier geht es massiv um Wählerstimmen und dann muß selbst die MPU und irgendwelche Prüfungen dahinter zurücktreten. Da steht die eigene Machterhaltung unserer Politpfeifen nun man ganz vorn, das ist doch klar.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Pioneer« (26. August 2010, 15:19)