Menden. Viel Geld hatte der 42-Jährige bezahlt für ein letztlich wertloses Dokument, das ihm obendrein noch Ärger einbrachte. Vor dem Amtsgericht musste er sich wegen vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis verantworten.
Gleich bei zwei Polizeikontrollen im vergangenen Jahr hatte der Angeklagte keinen gültigen Führerschein vorweisen können. Einmal wurde er in Hagen auf der Autobahn erwischt, das zweite Mal erkannte ihn in Bösperde der Bezirksbeamte Rüdiger „Bill“ Kembügler am Steuer. Er wusste, dass der 42-Jährige keine Fahrerlaubnis besaß. Zumindest keine in Deutschland gültige. Der Mendener hatte beizeiten in Tschechien einen Führerschein erworben. „Ich war davon ausgegangen, dass dieser EU-Führerschein seriös ist“, begründete er gestern sein Verhalten. Nachdem er in Hagen aufgefallen war, hatte eine Überprüfung jedoch ergeben, dass der vermeintliche Führerschein ihn auf heimischen Straßen keineswegs zum Führen eines Pkw berechtigte.
Zwei Jahre ohne Führerschein
Inzwischen ist sich der Angeklagte dieser Tatsache sehr wohl bewusst. Gleich zu Beginn der Verhandlung räumte er gestern ein: „Ich bin zwei Jahre lang ohne Führerschein gefahren.“ Spätestens im zweiten Fall aber auch mit direktem Vorsatz, urteilte Richter Festersen, der zwar positiv zur Kenntnis nahm, dass der Angeklagte eingesehen habe, einer „obskuren tschechischen Firma“ aufgesessen zu sein. Allerdings habe sich der 42-Jährige damals nicht erkundigt, ob er mit dem vermeintlichen Führerschein in Deutschland auch fahren dürfe: „Lieber Augen zu und durch.“
Weil der Angeklagte bereits in der Vergangenheit strafrechtlich erheblich in Erscheinung getreten ist, verurteilte ihn Festersen gestern zu insgesamt fünf Monaten Haft mit einer dreijährigen Bewährung. Zwei Jahre lang wird ihm ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt. Zudem darf er in den kommenden neun Monaten keine Fahrerlaubnis erwerben und muss 500 Euro an das Kinderhospiz Olpe zahlen.
„Es wäre schön, wenn wir uns so schnell nicht wiedersehen. Ich glaube immer noch, Sie können es hier in Menden packen“, gab Festersen dem Angeklagten abschließend mit auf den Weg.
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