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Bikerjoe1969

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Sonntag, 7. Februar 2010, 14:51

„Idiotentest“: Geld mit Not der Leute machen

Zitat


Region Rhein-Main – Er ist die gefürchtetste Sanktion, die die Ordnungsämter gegen Verkehrssünder verhängen können: Die Medizinisch-Psychologische-Untersuchung. Kurz MPU. Allein im Kreis Offenbach mussten im vergangenen Jahr 556 Bürger antreten. Von Christian Reinartz


Während Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) den bisherigen Test auf den Prüfstand stellen will und mehr Transparenz fordert, ist der Hanauer Verkehrstherapeut Thomas Rensch mit vielen Kollegen und der Mehrheit der Teilnehmer an den Goslarer Verkehrsgerichtstagen überzeugt: „Die MPU ist ein wichtiger Bestandteil im Rahmen der allgemeinen Verkehrssicherheit. Aber es gibt im Vorbereitungsmarkt auf die MPU auch viele Abzocker. Und man sollte diesen Markt der Beratungen per Richtlinien regeln.“Eigentlich ist es einfach: Wer mit mehr als 1,6 Promille oder Drogen am Steuer erwischt wird, muss zum Idiotentest. So wird die MPU im Volksmund genannt. Auch wer mehr als 18 Punkte in der Flensburger Verkehrssünderkartei angehäuft hat, muss seine körperliche und geistige Verfassung unter Beweis stellen. Leicht ist das nicht. Fast die Hälfte scheitert an den Fragen der Psychologen. Oder an fehlenden oder falschen Nachweisen über Alkoholverzicht oder Drogenfreiheit.

Rensch: Vorbereitung auf die MPU ist oft mangelhaft

„Diese Untersuchung ist ein hervorragendes Mittel, um zu testen, ob jemand für den Straßenverkehr wieder geeignet ist, sich mit dem Zustandekommen seiner Auffälligkeit auseinander gesetzt hat“, erklärt Rensch. Doch die Vorbereitung auf diese Untersuchung sei oft mangelhaft. „Die Leute werden von Vorbereitern regelrecht abgezockt“, sagt Rensch: „Denn die Institute, die die MPU abnehmen, betreiben oft auch Firmen, die auf den Test vorbereiten.“ Deshalb würde vielen Probanden teure Nachschulungskurse auferlegt, so Rensch. Die fänden dann wieder im selben Konzern statt.

Scheffelt TÜV mit Tochtetfirma Geld?

Auch der TÜV Hessen hat laut Pressestelle eine Tochterfirma namens TH Consult Go-mobil. Dort werden Verkehrssünder auf die MPU des TÜVs vorbereitet und Nachschulungen durchgeführt.

Rensch glaubt, dass auf diese Weise nur Geld gescheffelt werden soll. Auf dem Rücken der Menschen, die um ihren Führerschein kämpfen.

Ein Vorwurf, den der TÜV Hessen nicht auf sich sitzen lassen will. Sprecher Ralf Göthling: „Der Gesetzgeber fordert, dass das streng getrennt wird. Deshalb ist die Vorbereitung bei uns in eine andere Gesellschaft ausgelagert, auch räumlich.“ Solche Praktiken seien deshalb gar nicht möglich. Doch das überzeugt Thomas Rensch nicht: „Die Sache hat ein Geschmäckle.“

Rensch rät zu unabhängigen Beratungsstellen

Er rät seinen MPU-Kandidaten zu einer unabhängigen Beratungsstelle zu gehen. Ohne eine gute Vorbereitung sei die MPU nämlich nicht zu schaffen. Wie lange die dauert, hängt vom Teilnehmer ab. „Zwischen 70 und 3000 Euro ist alles drin. Je nachdem, wie einsichtig jemand ist“, erklärt Rensch. Da sich viele nicht kompetente Berater in diesem Gebiet tummeln, sollte, so Rensch, unbedingt darauf geachtet werden, dass es sich um „qualitätsgesicherte und anerkannte“ Maßnahmen handelt. Und dass der Berater auch die notwendige Ausbildung besitzt.

Wer glaubt, er könne Läuterung nur vorgeben, der irrt. Rensch: „Die Psychologen merken, ob jemand wirklich aus seinen Fehlern gelernt hat, oder das nur vorgibt.“

Quelle
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  • »andreas7z« ist männlich

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2

Sonntag, 7. Februar 2010, 15:38

Hallo ins Forum,

um mal ein paar Zahlen als Abschätzung von mir zu nennen.

Pro Jahr gibt es ca. 100.000 Verkehrsteilnehmer, die aus vielen Gründen zur MPU müssen um die Fahrerlaubnis zu erhalten.
Bei einer Durchfallquote von 50% müssten nach meiner Schätzung dann ca. 50.000 Personen im ersten Anlauf scheitern.
Schätzungsweise 5.000 - 10.000 Personen werden dann den Weg des EU-Führerscheins gehen.
Den Führerschein Tourismus gibt es seit ca. 6 Jahren, sodass ca. 50.000 EU-Füherschein von Deutschen erworben wurden.
Die Zahl der veröffentlichten Urteile ist dann aber doch relativ gering im Forum, wenn das maximal ca. 50 pro Jahr sind.
Also müssten ja fast alle Führerscheintouristen relativ ungeschoren ihren EU-Führerschein in D nutzen.
Interessant ist die Zahl der EU-Führerscheine die nach dem 19.01.2009 erworben wurden, da die Anerkennung in D noch strittig ist.
Mittlerweile müssten nach meiner Schätzung ca. 5000 bis 10.000 solcher EU-Führerscheine an Deutsche erteilt worden sein.
Da rollt jetzt eine Prozesslawine auf die deutschen Gerichte zu, die auch den EuGH erreichen wird.
Nach den vielen positiven Urteilen des EuGH in der Vergangenheit, werden viele Betroffene durch sämtliche Instanzen klagen.
Wenn nur 1% der 10.000 Betroffenen durch die Instanzen klagen, dann gibt es bis zum EuGH genug Arbeit mit den geschätzen 100 Klagen.
Was sagen im Forum die Fachleute zu meinen geschätzten Zahlen. Sind die jetzigen Verfahren vielleicht nur die Spitze des Eisberges.
Wissen die D Führescheinbehörden vielleicht nur von relativ wenigen deutschen Bürgern mit EU-Führerschein??
Fahren vielleicht viele erfolgreich im Tarnmodus? Ich persönlich war schon seit ca. 10 Jahren nicht mehr in einer Verkehrskontrolle. Das letze mal bin ich mit meinem 50ccm Moped das max. 65 fährt kontrolliert worden. Meine Kilometerleistung ist mit ca. 7000 km pro Jahr aber relativ gering und meine Fahrweise ist unauffällig und relativ unfallfrei.

Bitte mal ne Einschätzung meiner Ausführungen von den Fachleuten im Forum.

Gruß Andreas

Infernuz

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  • »Infernuz« ist männlich

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3

Sonntag, 7. Februar 2010, 17:06

Ich würde mal so mindestens 400.000 Eu FS Touristen schätzen die in den Letzen 6 Jahren den ausweg aus der MPU gewählt haben man muss ja auch die Leute dazu Zählen die schon seit langer Zeit ihren FS zurück wollen und die MPU einfach nicht bestehen.

Zu Verkehrskontrollen kann man nur sagen auf dem Land sind die Verkehrskontrollen viel genauer und für die Beamten Überschaubarer da nicht so viel Verkehr ist da stehen die Beamten meist direkt auf die Straße und Schauen genau ins Auto und so wird jeder Fahrer mit kurzem Blick angeschaut und jedes auto muss dabei vor dem Beamten für ein paar sekunden stoppen wer in die Kriterien passt wird Rausgezogen. In Großstätten würde das einen Riesen Stau verursachen deswegen ist die Chance in einer Großstatt Kontrolliert zu werden 1/1000000 auf dem land stehen die Chancen 1/10000 Kontrolliert zu werden das ist ein Großer Unterschied.

  • »andreas7z« ist männlich

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4

Sonntag, 7. Februar 2010, 17:24

Hallo Infernunz,

die Zahl der Führerscheitouristen dürfte also bei mehreren 100.000 Führerscheininhaber in D liegen. Bei 80 Mio Einwohnern in Deutschland und geschätzten 50 Mio Führerscheininhaber.
Dann wäre selbst die Zahl der Führerscheintouristen deutlich unter 1%.
Bei dieser hohen Zahl ist aber die Anzahl der Urteile und Presseberichte in den Zeitungen relativ gering.
Man könnte jetzt vermuten, das die Wahrscheinlichkeit mit seinem EU-Führerschein richtig Ärger zu bekommen relativ gering ist.
Selbst wenn die Wahrscheinlichkeit bei 5 % liegen würde, dann müsste es zwischen 5000 und 10.000 Gerichtsverfahren gegeben haben.

Gruß Andreas

5

Montag, 8. Februar 2010, 21:50

Ups - die Herren sprechen ausnahmsweise mal meine Sprache.
Hundertmal erwähnt, liegen meine Berechnungen ähnlich - ich nehme da die staatlichen Zahlen 2008: 50 Mio und knapp 1.5 Mio MPU Betroffene.
(Quelle das VZR selbst) Jährlich kommen ca 100.000 dazu, Tendenz steigend. (man sollte ja meinen, es bestehen auch 100.000 die MPU:)
"Meine" kleine Fahrschule - oder der aufgekaufte Miehe - oder der in Stettin als erste dt. Fahrschule eröffnete Schwabe mit der "Eucom" - Jeder hatte allein so 3.000
Es gab (ich gebe zu, die reihen lichten sich, zumindest derer, wo man täglich Bewegung sieht) reichlich von "uns".
Auch ich schätze mal auf mehrere 100 Tausend. Und bleibe mal bei mir - 2-3 Leute in diesem Forum wissenes ganz haarklein, dass momentan von all meinen Kunden keine 30 mit Verfahren belastet sind und davon auch keine 10 momentan nicht fahren dürfen - also weit unter einem Prozent insgesamt eigentl. ernsthaft behelligt wurden.

Aber es ist ein Frage des Darstellens für das Volk - und ein Geschäft, klar. Jedes noch so dumme Urteil (Braunschweig - Umtausch einer FE aus der Ukraine während der Sperrfrist erworben), jeder noch so dumme Unfall (... der stark angetrunkene Fahrer zog einen Ersatzführerschein aus der Tschechhei aus der Tasche...), jeder noch so oft sich selbst wiederholende Sangriatrinker wird zitiert, abgedruckt, erscheint in den Medien - jetzt auch mal 130 Deutsche, die die Leute "bestochen" haben...

Ernsthafte Urteile, Aufhebungen von NU, Gewährung von vorl. Rechtsschutz - siehe unsere Eilverfahren in Kassel/RP - die stehen heute nur in Foren wie diesen - da kommt nichts!
Ich habe über 30 Zeitungen angemailt, ob das brisante Thema nicht auf Grund dieser Urteile mal von der anderen Seite beleuchtet werden sollte - aus den neuen Bundesländern kam nicht einmal ein Antwort! (Wessen Brot ich freß, dess Lied ich sing - gelle?)

Muss aufhören - der Hund schaut schon mißtrauisch meinem Schnauben und Schniefen zu:) Nette Gruesse :wink:
Wenn die Meinungsfreiheit weggenommen wird, dann werden wir dumm und still wie die Schafe zur Schlachtbank geführt.

- George Washington